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Attwenntuhre

06. 12. 2007

I. Akt

Es ist Ende Mai. Vor unserer Haustür hat sich ein herrenloses Damenrad angefunden. Nach zwei Tagen bringe ich es ins Rathaus zum Fundbüro. Als ich ankomme, ist die Tür verschlossen, aber nebenan erwische ich eine dicke Frau die grade mit ihrer Kollegin tratscht und mir sagt, sie würde gleich aufschließen. Fünf Minuten später darf ich dann tatsächlich eintreten. Auf dem Boden stehen Eimer mit Ausweisen, Reisepässen und amerikanischen Führerscheinen, ansonsten hält sich das Chaos vornehm zurück. Ich erkläre der dicken Frau mein Anliegen und daß ich meinen Fund gerne behalten möchte, falls ihn niemand vermisst. Frau Rötzsch* erwidert Na dann hätten Set ja auch gleich zu Hause lassen könnn und mir die Daten per Telefon geben. Dit kostet Sie so 5,11 Euro und … und wir müssn runta inn Fahrradkeller… Dabei setzt sie ihren müdesten Tausendmeterblick auf, so wie Frodo als er zum ersten Mal den Schicksalsberg sieht. Ich laufe wieder runter, hole das Rad und warte vor dem Nebeneingang und bekomme ein schlechtes Gewissen und frage mich, wie ich dieser armen Frau nur so viel Ungemach bereiten konnte. Eine kleine Ewigkeit später kommt eine schnaufende, schweißtriefende Beamte die Treppe heruntergekeucht und schließt die Kellertür auf. Der Geruch von verfallener Stadtmauer und vergrabenem Feudalismus schlägt mir entgegen. Zwischen staubigen Rüstungen und preußischen Kronleuchtern sitzen Friedrich II. und Peter Lenné und spielen Skat. Frau Rötzsch versucht, im Halbdunkel aus zwei Metern Entfernung die Fahrradnummer abzulesen, was nicht so gut klappt. Mit einem geschickten Handgriff stelle ich das Gefährt auf den Kopf und diktiere ihr die Zahlen auf der Unterseite des Tretlagers. Anschließend machen wir uns auf die lange beschwerliche Reise zurück in die erste Etage. Nach einem weiteren Schweißausbruch und einem halben Herzinfarkt plumpst die Dame in ihren bedrohlich schwankenden Bürostuhl. Die nächsten geschätzten drei Stunden wird akribisch eingetippt, wer was wann wo gefunden hat. Leider spielen die Buchstaben auf Frau Rötzschs Tastatur Fange und es ist reines Glück wenn ihre wurstigen Finger mal den richtigen erhaschen. Mit letzter Kraft wird dann meine Fundanzeige ausgedruckt und ich soll in 6 Monaten wiederkommen. Ich bedanke mich und fahre heim.

II. Akt

Heute ist es endlich so weit, ich betrete das Büro. Frau Rötzsch sitzt in weißen Lederpantoffeln auf einem geblümten Kissen und versucht, die wild durcheinanderhüpfenden Buchstaben mit ihrem Zeigefinger zu erwischen. Heute ist auch ihre Kollegin da (diese Knochenarbeit im Fundbüro kann man wirklich nur zu zweit ertragen) und nachdem ich die Bearbeitungsgebühr von 5,11 € (Ham Se och so fille dabei? Kiekn Se lieba noch ma!) bezahlt habe, erbarmt sie sich und wir stiefeln zu zweit runter in den Keller. Mein neues Fahrrad heißt Attwenntuhre und hat ganz viele Gänge und ich freue mich und fahre nach Golm.

(*Name geändert)

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Bandfabrik

23. 11. 2007

Unser Dachboden. Unerschöpfliche Quelle wunderlicher vergessener Gegenstände.
Jedesmal wenn ich ihn besuche hat mein Vater irgendwelche alten Dinge gefunden und sie so ganz beiläufig irgendwo ins Wohnzimmer gestellt, wohlwissend daß ich mich drüber freue alles auszupacken und wieder nichts für die Uni mache. Heute war es ein Karton voller Abzeichen und Wimpel, die schönsten habe ich mal fotografiert:

Wimpel

Vielleicht hätte ich mich doch für das Archäologiestudium entscheiden sollen. Wenn man als 9jähriger Kinderbücher in Frakturschrift vorgesetzt bekommt und das Zehnfingersystem auf einer elektrischen Ostschreibmaschine mit Hilfe eines Übungsheftes lernt, dessen Beispielbrieftexte alle mit einer bekannten nationalsozialistischen Grußformel enden; wenn man einen Herbst damit verbringt, die gesamte Geschäftskorrespondenz der urgroßmütterlichen Bandfabrik nach ihrem Wert im Briefmarkenkatalog zu ordnen und wenn keine neuen Teelichter gekauft werden, weil “Wir haben doch noch die Grabenlämpchen, die Opa von der Front mitgebracht hat”, dann… wird man vielleicht ein bißchen seltsam :-)

Übrigens gibt es ein neues soziales Netzwerk. Damit unser Innenminister nicht so viel Arbeit hat könnt ihr nun auch bei Kaioo eure privaten Daten veröffentlichen. Aber immerhin gehen die Werbeeinnahmen gemeinnützigen Organisationen zu. Is ja auch mal was.

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Delfine

19. 11. 2007

Juhuu, das Wasser hat lange Algententakeln an den Strand gespült. Innen sind sie hohl, aber ihre Haut ist dick und fest, und wenn man ihr kugeliges gummihaftes Ende in die Hand nimmt, kann man sie super durch die Luft wirbeln und mit einem Sirren auf den weichen Sand einpeitschen. Nach einer halben Stunde sind wir müde und um ein paar versehentliche Peitschenhiebe reicher und Praag stellt fest, dass diese schwarzen, schon ein paar Tage in der Sonne gammelnden Algen ziemlich salzig schmecken. Inzwischen ist auch der Himmel ganz dunkelblau geworden und die großen Wellen, die sich laut brausend in der Brandung brechen, bringen kalte Luft von fernen Ozeanen mit. Meine Sneakers sind voller Sand und meine Zehen frieren ganz schön. Wir sitzen auf einer Düne, vier coole Single-Typen, der Abendnebel kommt herangekrochen, die Sonne versinkt friedlich am Horizont, ein paar Sterne künden die Nacht an und das große Meer rauscht, wie es halt so rauscht, aber kein Mädchen weit und breit.
Kurz bevor es dunkel wird, springen noch ein paar Delfine aus dem Wasser, drehen sich in der Luft und tauchen wieder unter.

Einige Stunden später sitze ich im Flugzeug, auf dem Weg zu einem anderen Ozean, anderen Algen, ganz anderen Freunden und schlafe mit Hilfe eines kuscheligen US-Airways-Kissens und eines kolossalen Sonnenuntergangs über Neufundland ein.

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Das Ende vom Kapitalismus

19. 11. 2007

Ich sitze im Zug und fahre zu einer Party. Es wird meine erste und wohl einzige WG-Party in Kalifornien, dafür kann man schon mal anderthalb Stunden Zugfahrt in Kauf nehmen. Draußen schmiegen sich hell erleuchtete Gebrauchtwagenhändler eng aneinander. Drinnen singt Peter Licht Lieder vom Ende des Kapitalismus. Vielleicht sollte ich die Kopfhörer abnehmen und meinem Sitznachbarn Bescheid sagen. “Did you hear that? It’s the end. Capitalism – it’s over at last.”

Die Party verläuft dann ohne Zwischenfälle. Die Hälfte der Leute sind aus Deutschland, bei IBM angestellt und mögen Trinkspiele. Am Schluß sitzen wir in kleiner Runde gemütlich beisammen und lallen fröhlich Tocotronic-Lieder (allerdings nicht “Wir sind hier nicht in Seattle Dirk”, denn es ist grade kein Dirk anwesend).

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King’s Canyon

27. 09. 2007

Am Freitag beschliessen Annette, Tina und ich im Wald zu wandern. Praktischerweise sind unsere Sachen schon gepackt und so fahren wir vom PARCplatz durch einen langen Tunnel zur Sierra Nevada. Ich sitze auf dem Ruecksitz und passe auf die rabaukenden Sandwiches auf und schaue nach draussen. Es ist schoen hier, aber der Tunnel ist ganz dunkel. Kilometerlange Einkaufszentren schlaengeln sich am Strassenrand. Es faengt an zu regnen, immer staerker wird der Regen und prasselt gegen die Heckscheibe und man kann gar nichts mehr sehn und wir verpassen unsere Ausfahrt nach Tulare und sind traurig. Auf einmal haelt uns auch noch die Polizei an weil wir kein Licht anhaben. Annette kurbelt das Fenster runter um nach dem Weg zu fragen, der Polizist deutet aber auf mich und behauptet ich fuehre an der 3rd Avenue Ecke Norfolk immer bei rot ueber die Kreuzung. Als ich erwidere, die Ampelschaltung sei zu grausig zum warten, schenkt uns der Polizist einen chinesischen Mondkuchen und sagt, wir sollen schon mal zum Gefaengnis fahren, er komme dann nach. Wir fahren weiter und halten am “Prison6″. An der Rezeption holen wir unsere Zellenschluessel und ich bin todmuede als ich ins Bett und die Metalltuer hinter mir ins Schloss faellt. Nach ein paar Minuten kommen aber Richard und Lisa zu Besuch und wir fruehstuecken Waffeln mit Blaubeeren und Schlagsahne. “So”, sage ich, “jetzt muessen wir aber los.” Weil der Polizist nicht mehr kommt fahren wir noch ein bißchen im Tunnel rum, bis zum King’s Canyon Nationalpark. Da treffen wir Gi, unsere Arbeitskollegin die uns die Wanderwege zeigt und erklaert, dass die Sequoiabaeume schon 3000 Jahre alt sind. Die Sequoias interessieren sich aber gar nicht fuer uns und stehen nur griesgarstig in der Gegend und kommen nicht auf mein schoenes Foto.

Mammutbaum.jpg

Tina und Nette albern natuerlich nur rum und aergern die Baeren und machen Loecher in die Baeume. Dann wird es ploetzlich Nacht und die anderen sind weg, nur der Baer brummt boese. Ich laufe weg und falle ueber einen umgestuerzten Sequoiabaum. Am Ende seines Stammes haust ein grausliger schwarzer Baumwurzelkrake, seine uralten erdigen Wurzeltentakeln grabschen schon nach meinen Keksen als Gi und die Mondfee und ein tanzender Hase auftauchen und mich zurueck nach Hause fahren. Glueck gehabt, die Fee und den Hasen sieht man nur zum Mondfest wenn dieser am rundesten ist.

Tina_macht_Loecher

Baumwurzelkrake

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Hannes im Wald

16. 09. 2007

Gestern abend ist mir aufgefallen, dass ich viele alte Dinge mit mir herumschleppe. Vielleicht mag ich einfach alte Sachen. Bei PARC gibt es einen Flur in dem ich auf dem Weg zur Kantine oft stehenbleibe. Dort haengen schwarzweisse Fotos von Palo Alto um 1900; z.B. ein Auto mit drei staubigen jungen Maennern die die wohlhabenderen Haushalte mit einer neuartigen Erfindung namens Telefon versorgen. Auf dem naechsten Bild eine grosse Gruppe gewichtig gekleideter Gentlemen; die Bueroangestellten von Pacific Bell und quasi Wegbereiter der IT-Industrie. Ein paar Meter weiter dann pastellfarbene aussagelose Bilder von PARC-Angestellten – *grusel* – optische Aequivalente zu einem unpersoenlichen Faustschlag ins Gesicht.

Ansonsten gibt es hier keine alten Haeuser, Moebel, Buecher, Kirchen, Industrieanlagen etc., das scheint den Leuten aber egal zu sein. Dafuer entstehen seltsame “europaeische” Shoppingzentren, entworfen von Architekten die in ihrer Kindheit Wochenendausfluege nach Florenz, Peking und Kairo gemacht haben. Zum Trost haben wir heute auf unserer Wanderung 500 Jahre alte Mammutbaeume besucht.

Hannes_im_Wald

Eine spontane Zaehlung in meinem Zimmer birgt sechs Sachen aus sozialistischen Zeiten die sich zufaellig auf meine Packliste verirrt haben. Darunter ein funktionaler 8/10-Schraubenschluessel fuer 0,96 Ostmark (komischerweise mit der Aufschrift ‘Super Steel’) und ein Handtuch aus dem VEB Lautex. Ausserdem ein blauer Aktenordner der meine USA-Visaunterlagen beschuetzt. Wer weiss, vielleicht hat ja mal jemand seinen Ausreiseantrag darin aufbewahrt.

Und sonst? Am Mittwoch bin ich ganz unnostalgisch und trete einer Serchilo-Gruppe bei. Serchilo ist eine nuetzliche Erweiterung fuer den Firefox-Browser mit der man sich viel schneller durchs Internet bewegen kann. Und nach ein paar Monaten vermisst man sie dann sehr wenn man an einem fremden Computer sitzt. Zum Glueck ist die Installation ganz einfach.

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Auslegware

14. 09. 2007

Am Dienstag wird mir die Vergaenglichkeit allen Seins besonders schmerzhaft bewusst. Die Kekse sind alle. So gesellt sich zur miesen migraenigen Muedigkeit ein zermuerbend-zarbendes Zuckerbeduerfnis. Um der Martyrien Herr zu werden beschliesse ich, das bei den erfolgreicheren Studenten beliebte Powernapping anzuwenden. Aber wo? Auf der Sonnenterrasse? Die ist genau vor Tracys Fenster. Im Meetingraum? Koennte sich ja jemand meeten wollen. Bleibt das Buero, Nette ist grade beim Vortrag. Aber der Aktenschrank ist so klein und ungemuetlich. Deprimiert rotiert mein Drehstuhl einfallslos im Kreis.

Da ploetzlich smilet mich die Auslegware unterm Eckschreibtisch total an. Hinter dem PC liegt ja noch unerforschter Stauraum. Ein scheuer Blick auf den Flur, ein kurzes Gefecht gegen USB- und Grafikkabel. Zehn Sekunden spaeter bin ich schon eingeschlafen, eingekuschelt zwischen 3 Gigahertz, einem Tischplattenschutzschild und etwas angestaubtem Buerofussbodenpluesch. Naechstes Mal nehme ich noch eine Decke mit.

Am Samstag gehe ich mit Chris in San Mateo was trinken. Ich ueberrede ihn das Auto stehenzulassen und die Strecke zu laufen, aber nach ein paar Minuten kommen mir doch Bedenken. Wie der Junge gegen jeden Poller rennt. Und ueber alle Bordsteinkanten stolpert. Wer weiss wie lange er keinen Fussweg mehr gesehen hat. Zum Glueck sind unsere Bierflaschen in den aktuellen Palo Alto News wohlverwahrt vor den Augen der Polizei; oeffentliches Trinken kann hier neben Geld- auch Karriereverlust bedeuten (Eintrag ins Strafregister).

Am Sonntag gehe ich noch schnell in die Kaufhalle. Nette, Tina und ich sind bei Dick Crouchs Familie zum Abendessen eingeladen und ich habe Erdbeeren mit Joghurt zu ordentlichen Stellvertretern deutscher Kueche erklaert. Voll beladen schleiche ich mich an die Kasse. Wird es mir gelingen, das Plastiktuetenkartell zu ueberlisten? Der Einpackhelfer steht schon bereit und grinst mich an. Ich hole mein naivstes “Guter-Kunde”-Laecheln raus. Die Kassiererin gibt das Zeichen. Der erste Artikel rollt ueber den Scanner. Zwei Haende grabschen gleichzeitig nach der Wassermelone. Es folgt ein kurzes Handgemenge und das toedliche Rascheln vieler kleiner weisser Einkaufstuetchen die nach meinen Lebensmitteln gieren. Ich muss meinen letzten Trumpf ausspielen: “Thanks, I don’t need a bag.”

Eisige Stille.

Oh Yeah! Ze German is back!

Der Moment geht vorueber. Boese funkelnd wirft der Einpackhelfer ein paar Kiwis in meinen Einkaufswagen. Ich kann mir ein wolliges Glucksen nicht verkneifen, zahle passend und verlasse den Supermarkt. Wie schoen doch fuenf Kilo Obst und ein grosser Becher Joghurt in einen Fahrradkorb passen.

Und heute? Sitze ich wieder auf Arbeit und freue mich und mache eine neue Packung auf. Wurde der Grossteil der 1,6 Milliarden Lesarten doch tatsaechlich von der Syntax verursacht. Ts, ts, diese Syntaktiker. Dummheiten nichts als Kopf im.

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Leuchtturm

27. 08. 2007

Heute sitze ich im Zug und fahre zurueck nach San Mateo und stelle fest, dass Kalifornier, zumindest die von meiner Halbinsel, ausgesprochen friedliche Menschen sind. Vietnam, Korea, Irak – aus San José oder Francisco war bestimmt niemand dabei. Kann gar nich sein. Der haette sich dann fuer jeden Gewehrschuss entschuldigt, nach dem Befinden des Gegners erkundigt und einen fuenfminuetigen Smalltalk erzwungen. Chromstrotzende, eis- und wuestenfaehige Gelaendestrassenkreuzer halten hier zu Fahrradfahrern mindestens 3 Meter Abstand. Herumlungernde Jugendliche in dunklen Kapuzenshirts beraten, was sie ihren kleinen Neffen zum Geburtstag schenken. Und mein Mitbewohner pfeift in der Kueche “O Tannenbaum” waehrend er kocht. Ich steige aus dem Zug und der Schwarze neben dem Fahrradstaender entschuldigt sich ganz ernsthaft bei mir, weil der Wind den Jointrauch in meine Richtung weht und ich fuehle mich ploetzlich sehr weit weg von Berlin.

Auch stereotyp-oberflaechliche Leute habe ich bis jetzt noch keine getroffen; das liegt aber vielleicht an meiner unglaublich extrovertiert-kommunikationsfreudigen Art :-) Die Gespraeche mit Praag, Simonè und Josh sind jedenfalls zum Glueck eher tiefgruendig und so haben wir am Samstag, nachdem der Tuersteher entschied, wir seien einfach zu hip angezogen fuer die Praktikantenparty, grossen Spass auf dem Flughafenleuchtturm, dessen Leiter sich mit einem Bier im Rucksack gleich viel leichter beklettern laesst.

Am Sonntag erwache ich auf einem fremden Sofa, denn ich habe gluecklicherweise saemtliche Ratschlaege missachtet und meinen Schlafsack mit in die USA genommen. Noch schnell Fruehstueck mit Praag und Josh und dann geht’s auf zum Betriebsausflug am Strand. Der sich bald als Familienausflug enttarnt, denn Tracy und Dick Crouch haben ihre ganzen Kinder mitgebracht. Es wird aber ein schoener Nachmittag und ich hake endlich den Pazifik auf meiner to-swim-Liste ab. Jetzt muss ich noch irgendwie zum Indischen Ozean. Vielleicht gibt’s ja mal eine LFG-Konferenz in Westaustralien.

Richard Crouch und Hannes am Strand

Zurueck zu Hause treffe ich Rickie in der Kueche und er fragt mich, ob es bei mir daheim auch so grosse Salatgurken gibt? Unglaeubig schuettele ich den Kopf. Nein, so was tolles habe ich ja nun wirklich noch nie gesehn. Irgendwie niedlich, diese Amerikaner :-)

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Hey! You with the face! Fuck you!

21. 08. 2007

Am Samstag kaufe ich mir schoene Skaterschuhe, denn Schuhe sind hier gar nicht teuer. Am Sonntag rutsche ich auf glitschigen Pazifikufersteinen aus, um zu testen, ob sie auch wasserdicht sind. Die Schuhe sind aber nicht der Ansicht, dass Wasserdichtheit in Kalifornien ein wertvolles Feature ist, und so verbinde ich mit Tempos + Tesa meine schon leicht blutverschmierten Haende und klettere nassen Fusses den abgesperrten Hang wieder nach oben. Praag, Simonè, Chris und ich schauen ueber die Steilkueste runter aufs Gestade, bewerfen Adler mit Steinen, wir klettern in bruechigen Bunkern und auf waghalsigen Felsvorspruengen rum, werden von humorlosen Greifvoegeln verfolgt und fahren durch den Nebel ueber die Bruecke zurueck nach San Francisco. Im Golden Gate Park gibt’s Gras und Hare Krishna und viele freundliche Fremde (s. Ueberschrift), vermutlich haengt alles drei sinnvoll zusammen. Zum Glueck kann Praag Hindi und ich erfahre, was die Krishnaleute so Interessantes erzaehlen.

Am Montag gleich zwei Erfolgserlebnisse: Ich mache mit meinem privaten Stalker Schluss, einem ca. 50jaehrigen Mann der auch in Palo Alto arbeitet und mich schon auf einigen Bus- und Zugfahrten zum gemeinsamen Segeln oder Astronomiefotos anschauen eingeladen hat. Ausserdem senke ich die Ambiguitaetsrate meines Korpus von 3,2 auf 2,9. Toll, was?

Und heute war wieder ein ganz normaler Tag. Bis ich von einem huebschen Maedchen viele Ska.mp3s bekam. Sigue, sigue, sigue, sigue, resiste López! Vor lauter Freude hab ich Lauri dann noch erklaert, wie man von Berlin nach Golm kommt. Sein Paper hat er aber wohl noch nich fertig, hi hi.

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idyllisch, was?

14. 08. 2007

Tim und Hannes

Tim (links) und Hannes (rechts) als Fahrradfahrer verkleidet. Eigentlich ist Tim viel groesser als ich.

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