Zu finden gleich am Bahnhof.
Archiv für September 2008

Golmer Idylle
03. 09. 2008
Hannes im Camp
03. 09. 2008Am Sonntagabend sitze ich vor meinem Zelt. Es sieht etwas mitgenommen aus, seit der Nacht als der Sturm uns alle fast in den Abgrund geweht hätte (und er sich dann doch mit der armen Kristin zufrieden gab). Aber immerhin war die Aussicht schön:
Hier auf dem Klimacamp nieselt es nur ein bisschen, und der Rasen ist grün und satt. Das kann ich von mir nicht behaupten, also gehe ich zur VoKü. Dort hole ich Mangoldeintopf aus einem großen, dampfenden Kessel und frisches Brot. Viele junge Menschen mit angerissenen schwarzen Sweatshirts und freundlichen Gesichtern sitzen rum und unterhalten sich oder spielen mit ihren Hunden in der Abendsonne. Ein paar Kinder tollen durch das ökoanarchistische Barrio, klettern zwischen Tipis und Planwagen rum oder sehen sich das Puppenspiel an. Vor 20 Jahren hätte ich hier unglaublichen Spaß gehabt. Ein dreadbelockter Mann mit Mikrofon ruft auf zum nächsten Workshop, und ich folge ihm in ein großes Zirkuszelt. Man diskutiert über Pflanzen für Biodiesel, die auf gerodeten Regenwaldflächen angebaut werden, über die Streckenführung der Castortransporte und die Ausbeutung eingewanderter Erntehelfer in Spanien. Vor dem Schlafen gehe ich noch auf ein Bier ins Out-of-Action-Zelt und erfahre, dass die Antifa-Leute auch gerne mal die erste Strophe des Deutschlandlieds singen, wenn sie angetrunken sind.
Am nächsten morgen zieht es mich früh zu den Waschgelegenheiten, denn schon um 10 fahren wir alle zur Kaufhalle. Kaum angekommen setzen wir uns erstmal auf die Straße und spielen mit Luftballons und zeigen bunte Transparente.
Der Aldimarktleiter freut sich total über uns, aber nach einer Stunde müssen wir leider weiter, zum Penny. Die Mitarbeiter dort tragen lustige grüne Kittel und weiße Helme, falls es regnet.



