
Chomsky Bashing
05. 08. 2008Vielen Dank Pauline Jacobson. Sie haben mir den Tag gerettet.
… “Viele der Forscher, die mit dem ‘modernen’ Paradigma arbeiten, setzen nicht nur eine zusätzliche Menge von Regeln voraus, die Oberflächenstrukturen auf solche der Logischen Form abbilden. Nein, natürlich benötigen sie auch noch Transformationsregeln, die Tiefenstruktur auf Oberflächenstruktur abbilden. Es werden sogar umfangreiche Forschungen mit Modellen betrieben, in denen Dinge sich zuerst an der einen Stelle befinden, dann bewegt werden, und anschließend wieder in ihre alte Position zurück-’rekonstruiert’ werden; nur um eine semantische Interpretation an der richtigen Stelle zu gewährleisten. Könnte jemand auf solch ein Modell schauen, ohne zu argwöhnen, dass hier etwas ganz entschieden Wichtiges übersehen wird?” …
(frei übersetzt aus: “The (Dis)Organization of the Grammar: 25 Years”, Linguistics and Philosophy, Volume 25. Springer, 2002.)
mein Tag ist auch gerettet :)
So und nun nochmal bitte verständlich. ;)
@Sophie
Moderne Linguisten gehen heutzutage oft davon aus, dass ein Satz mehrere Formen hat:
1.) Tiefenform (so sieht der Satz im Gehirn des Sprechers aus):
“Did John like [which picture of himself] ?”
2.) Oberflächenform (so wird der Satz ausgesprochen):
“[Which picture of himself] did John like?”
Wie man sieht, bewegt sich [which picture of himself] im Satz nach vorne. Leider wird dadurch ein sogenanntes Bindungsprinzip verletzt. Deswegen muss sich die “himself”-Phrase auf der 3. Ebene wieder zurückbewegen (Rekonstruktion):
3.) logische Form:
“did John like [which picture of himself] ?”
Pauline Jacobson plädiert nun dafür, den Satz so zu analysieren, wie er ist, nämlich als “Which picture of himself did John like?”
Zusätzliche Formen des Satzes, zwischen denen sich Phrasen wild hin- und herbewegen, hält sie für unplausibel.