h1

Generationsdialog

05. 09. 2010

(aus einem Gespräch mit meiner Großmutter, es geht mal wieder ums Essen)

Oma: „Abor du isst ja gor keen Fleesch, eh?“

Hannes: „Nee Oma, ess ich nich.“

Oma: „Hm. Und isste Fett?“

Hannes: „… ??? … vom Tier?“

Oma: „Nuh.“

Hannes: WTF?

h1

Call for your diploma now.

25. 11. 2009

Na toll, da sitzt man so am letzten Kapitel, und dann erfährt man dass man das auch alles hätte viel einfacher haben können…

BECAUSE YOU DESERVE IT! Is your lack of a degree holding you back from career advancement? Are you having difficulty finding employment in your field of interest because you don’t have the paper to back it up even though you are qualified? If you are looking for a fast and effective solution, we can help! Call us right now for your customized diploma: Inside U.SA.: 1-XXX-XXX-XXXX Outside U.S.A.: +1-XXX-XXX-XXXXX.

h1

Angewandte CL

02. 12. 2008

Ok, vielleicht nur die Suche nach regulären Ausdrücken. Trotzdem freue ich mich, wenn mein Mailprogramm mich daran erinnert, dass ich ja eine Datei anhängen wollte:

Angewandte CL

Angewandte CL

h1

Golmer Idylle

03. 09. 2008

Zu finden gleich am Bahnhof.

h1

Hannes im Camp

03. 09. 2008

Am Sonntagabend sitze ich vor meinem Zelt. Es sieht etwas mitgenommen aus, seit der Nacht als der Sturm uns alle fast in den Abgrund geweht hätte (und er sich dann doch mit der armen Kristin zufrieden gab). Aber immerhin war die Aussicht schön:

Hier auf dem Klimacamp nieselt es nur ein bisschen, und der Rasen ist grün und satt. Das kann ich von mir nicht behaupten, also gehe ich zur VoKü. Dort hole ich Mangoldeintopf aus einem großen, dampfenden Kessel und frisches Brot. Viele junge Menschen mit angerissenen schwarzen Sweatshirts und freundlichen Gesichtern sitzen rum und unterhalten sich oder spielen mit ihren Hunden in der Abendsonne. Ein paar Kinder tollen durch das ökoanarchistische Barrio, klettern zwischen Tipis und Planwagen rum oder sehen sich das Puppenspiel an. Vor 20 Jahren hätte ich hier unglaublichen Spaß gehabt. Ein dreadbelockter Mann mit Mikrofon ruft auf zum nächsten Workshop, und ich folge ihm in ein großes Zirkuszelt. Man diskutiert über Pflanzen für Biodiesel, die auf gerodeten Regenwaldflächen angebaut werden, über die Streckenführung der Castortransporte und die Ausbeutung eingewanderter Erntehelfer in Spanien. Vor dem Schlafen gehe ich noch auf ein Bier ins Out-of-Action-Zelt und erfahre, dass die Antifa-Leute auch gerne mal die erste Strophe des Deutschlandlieds singen, wenn sie angetrunken sind.

Am nächsten morgen zieht es mich früh zu den Waschgelegenheiten, denn schon um 10 fahren wir alle zur Kaufhalle. Kaum angekommen setzen wir uns erstmal auf die Straße und spielen mit Luftballons und zeigen bunte Transparente.

Der Aldimarktleiter freut sich total über uns, aber nach einer Stunde müssen wir leider weiter, zum Penny. Die Mitarbeiter dort tragen lustige grüne Kittel und weiße Helme, falls es regnet.

h1

Chomsky Bashing

05. 08. 2008

Vielen Dank Pauline Jacobson. Sie haben mir den Tag gerettet.

… „Viele der Forscher, die mit dem ‘modernen’ Paradigma arbeiten, setzen nicht nur eine zusätzliche Menge von Regeln voraus, die Oberflächenstrukturen auf solche der Logischen Form abbilden. Nein, natürlich benötigen sie auch noch Transformationsregeln, die Tiefenstruktur auf Ober­flä­chen­struk­tur abbilden. Es werden sogar umfangreiche Forschungen mit Modellen betrieben, in denen Dinge sich zuerst an der einen Stelle befinden, dann bewegt werden, und anschließend wieder in ihre alte Position zurück-’rekonstruiert’ werden; nur um eine semantische Interpretation an der richtigen Stelle zu gewährleisten. Könnte jemand auf solch ein Modell schauen, ohne zu argwöhnen, dass hier etwas ganz entschieden Wichtiges übersehen wird?“ …

(frei übersetzt aus: „The (Dis)Organization of the Grammar: 25 Years“, Linguistics and Philosophy, Volume 25. Springer, 2002.)

h1

Drogenkurier

20. 07. 2008

Am Freitag gehen wir in einen Club. Es ist ein total angesagter Club und man muss unbedingt mal dort gewesen sein. Deshalb sind wir schon um kurz vor 1 da, und freuen uns über die minimale Schlange. Am Eingang stehen Türsteher. Einer von ihnen ist ca. drei Meter groß, trägt ein dezentes Ganzkörpertattoo und unter anderem ein riesiges Nasenpiercing. Er erinnert mich an die Tiere, die im Babelsberger Park auf der Suche nach Eicheln immer den Bitte-nicht-betreten-Rasen aufwühlen. Einen kurzen Grunzer aus der Region, wo ich sein Gesicht vermute, beantworte ich mit „25″. Erstaunlicherweise muss ich dann nicht mal meinen Ausweis zeigen, und es geht auf zur Taschenkontrolle. Ein zernarbter Schlägertyp, ich nenne ihn mal Ronny, winkt mich mit einem Phallussymbol der Marke Maglite heran und ich öffne meinen Rucksack. Unter einem verdächtig-schwarzen Sweatshirt entdecken wir meinen geheimen Vorrat an Baguettebrötchen. Ein erstes Stirnrunzeln wird gefolgt von einem ungläubigen Blick, als der gute Mann auch noch ein Glas Kichererbsenbrotaufstrich in der Hand hält. „Dit is für morgen für’t Frühstück“, behaupte ich, und erhalte zur Antwort „Aber wenn de drinne bist, pass bloß uff dass de dit nich überall hinschmierst“. Oh, ertappt. In Nachtclubs schmiere ich nämlich zwanghaft vegetarische Sachen ans Geländer. Was? Während ich mich noch dieser Phantasie hingebe, findet Ronny in der Vordertasche ein gelbes Überraschungsei. Ronny ist auch echt überrascht, denn das Ei ist voller Niveacreme, was zu einem weiteren, aber von den Bässen aus dem Inneren des Clubs übertönten Kommentar führt. Eine schwarze, relativ schwere Filmdose verheißt da schon mehr Erfolg. Diesmal darf ich sie selbst öffnen, und stolz zeige ich Ronny mein Sortiment an Büroklammern, Sicherheitsnadeln, einem Ersatzfahrradventil und Notfallstreichhölzern. Beeindruckt gesteht er seinen Respekt ein: „Bist du’n Pfadfinda oda sowat?“.

Danach zeige ich Ronny meine Drogen. In einer zweiten Filmdose („Und die machste och noch uff“) finden wir eine kleine, durchsichtige Plastiktüte. Im Inneren sieht man ein verdächtig weißes Pulver, das seine kolumbianische Herkunft nur schwer verbergen kann. Der barsche Befehl, die Tüte zu öffnen, fördert ein weißes, leicht angebröseltes Stück Kreide zutage. „Dit is für die Uni“, sage ich. „Da gibt’s immer keene.“ Auf Ronnys Stirn brauen sich die Worte Willst du mich verarschen? zusammen, aber der Abend ist noch jung und so belässt er es bei einem „Na dit ging doch mal wieder total schnell, siehste?“, und ich freue mich und mache mich auf den Weg zur Kasse.

h1

Leerer Stringpointer

18. 07. 2008

So herzlich verabschiedet man sich bei SAP:

Dear null,

your membership in the following SAP Corporate Portal Collaboration Rooms has ended: …

h1

Wuldschwunu

12. 02. 2008

Am Sonntag zeige ich unseren beiden Couchsurfern die Uni, denn Peter möchte Romanistik studieren und Felix Philosophie. Wir fahren mit ihrem Auto nach Golm, aber die gewohnte ausgelassene Jahrmarktsstimmung will sich hier sonntags nicht so richtig einstellen. Eine postnukleare Stille liegt über dem menschenleeren Campus, und auch meine Anekdoten über Wildschweine vor der Mensa, gezeitenartige Wochenendzugfahrpläne und Musikfestivals auf der Exwiese (jetzt Parkplatz) mögen diesen Eindruck nicht verschönern. Haus 14 grollt in die Golmer Garstigkeit, und im angrenzenden Grund klafft eine große graue Grube. Schwarzpappeln und einsame Laternenmasten künden von Märzregen und verlassenen Wohnheimfenstern. Bevor die Gesichter der angehenden Erstis noch länger werden, fahren wir lieber zum Neuen Palais. Die alten Preußenhütten kommen schon viel besser an, und eigentlich möchte ich noch die schönen T-Heime zeigen, aber es wird schon dunkel. Wir besuchen stattdessen eine Ausstellung im Kulturzentrum und gehn danach indisch essen und beobachten ein paar nichtrauchende Nörgeltanten („Ach, da unten in der dunklen Ecke ist also der Nichtraucherbereich??“), die glauben, mit dem neuen Nichtraucherschutz können sie sich alles erlauben. Erstaunlicherweise meint der Wirt, die Diskussion durch Rauswurf der ungeliebten Gäste für sich entschieden zu haben. Das sehen wir anders, und meiden in Zukunft das Kashmir-Haus in der Garnstraße.

Und nun, für die lieben Mädels aus Konstanz, das ganze noch mal auf Urdu.

h1

Unser täglich Brot

03. 02. 2008

Am Dienstag schickt mir mein Vater eine Email, was passiert, wenn man meinen Lebenslauf automatisch übersetzen lässt. Ich erfahre, dass ich neben C++ und Java auch die Programmiersprachen „Einleitung“ und „Pythonschlange“ beherrsche. Außerdem habe ich anscheinend ein Seminar zum Thema „Textbergbau“ belegt. Besonders überrascht mich aber, dass meine ehemalige Chefin jetzt „Stefanie Schöpflöffel“ heißt :-)

Am Donnerstag gehe ich Brot kaufen. Ich bin mir nicht sicher, es war wohl Ende der 90er, als im Bäckerhandwerk dieser Wettstreit begann um die bescheuertsten Brotnamen. Seitdem lauert bei jedem Bäckereibesuch das Gefühl, wie wenn man in einer Cocktailbar „Sex on the Beach“ oder „Orgasmus“ bestellt.

Vorne an der Theke steht ein junger sportlicher Mann. Nach einigem Zögern siegt der Hunger über jede Selbstachtung. »Ein ‘Kraftprotzbrot’, bitte.« Die junge Verkäuferin, ein bißchen angespuckt, verpackt sogleich ein großes Möhrenschnitzel, das eine Maschine in diversen Nuss- und Getreidesorten gewälzt hat. Nachdem auch ein Powerbrot und drei Supersonnen den Besitzer gewechselt haben, kommt ein seriös aussehender Herr an die Reihe. »Guten Tag, ich hätte gerne ein ‘Brotkörbchen’, ein ‘Kartoffelkrüstchen’ und ein ‘Steineckchen’.« Wie niedlich. So kann man den Kunden eine stetig sinkende Brotlaibmasse bei steigenden Preisen natürlich auch verkaufen. Wer von 400 Gramm wohl satt wird? Die Namen zumindest werden immer länger. »Geben Sie mir bitte ein ‘Kürbiskern an Kürbiskern’ und ein ‘Sonnenblumenvollkornbrot’.« Wow, 14 Silben für fünf Euro fünfzig.
Abgelenkt von den vielen Komposita bin ich etwas aus dem Konzept, als ich dran bin. »Hallo, ich hätte gerne die Maus, mein Liebling. Nee. Äh. Ich hätte gerne ‘die Maus’ und ‘Mein Liebling’«. Jetzt wäre vielleicht der Zeitpunkt, einen lustigen Flirtwitz zu machen, aber die Verkäuferin muss sich so was wahrscheinlich ständig anhören und packt alles in Papiertüten. Nächstes Mal kaufich wohl doch lieber wieder im Bioladen.

Follow

Get every new post delivered to your Inbox.